UX Konzeption & Prototyping für umfangreiche Software

Ein deutsches Start-Up setzte sich zum Ziel, die Buchung und Verwaltung von Ferienimmobilien zu revolutionieren. Eigentümer sollen ihre Objekt einfach in einer mobilen App verwalten. Zusätzlich sollen Agenturen für Ferienimmobilien die Eigentümer mit Buchungen versorgen und auch Daten an den Objekten und Buchungen vornehmen können, die in Echtzeit synchronisiert werden.

Projekt Einordnung & UX Rollen

Wir befinden uns im Bereich der Software-Entwicklung von mobilen Apps und einer umfassenden Web-Anwendung, deren Daten die mit den Apps synchronisiert werden. Keine triviale Sache: Viele Prozesse, Zustände, Datenmanipulationen von unterschiedlichen Seiten, viele User-Rollen und im Front-End viele Daten, Daten, Daten...

  • UX Requirement Engineer
  • UX Konzepter & UX Architect
  • UX Workshop Facilitator
  • UX Fighter, yeah!

DIe AUFGABE

Ausgangslage & Herausforderungen in diesem UX Design Projekt

In diesem Projekt was das Gründerteam technisch stark aufgestellt und hatte bereits viele technische Features festgelegt. Als es an das UI Design des Front-Ends ging, merkten sie, dass sie die Nutzung ihrer App und Web-Applikation noch nicht durchdacht war – und sie es sich viel einfacher vorgestellt hatten.

Nach den ersten UI Designs einer anderen Agentur war also klar: Es braucht die UX Konzeption und wir können es nicht selbst machen, weil es zu komplex ist. Also suchten sie nach einem UX Experten...

Aus dem Wust technischer Anforderungen, den Vorstellungen in den Köpfen der einzelnen Team Member, die ich in einer Serie von 11 Workshops herausgekitzelt habe, dem Studieren einiger Konkurrenzprodukte und dem Kennenlernen der schlimmsten Pains der Ferienimmobilienbesitzer (Doppelbuchungen oder keine Buchungen!)... konnte ich mit der umfangreichen UX Konzeption von zwei mobilen Apps und einer großen Web-Anwendung anfangen. Das war eine aufregende, 6-monatige Reise bei der 3 klickbare Prototypen, 4 detaillierte Dataflows und über 250 Screenansichten mit über 600 Kommentaren während der Verfeinerung  herausgekommen sind.

Bild: Für die Notifications, die zwischen Agentur und Eigentümer gesendet werden, brauchte es eine umfassende Konzeption. Denn jede Aktion seitens des Eigentümers oder der Agentur musste synchronisiert werden, um Doppelbuchungen zu vermeiden.

Vorgehensweise

1001 Anforderungen werden zu Screens

UX Design Material sichten

1. Phase

Material sichten

Das Team hatte sehr viel vorbereitet. Der Kern war ein 76 Seiten langes Lastenheft, mit über 2.000 Kommentaren und Änderungen – ein sehr lebendiges Dokument. 

Dazu gab es 6 große Ablaufdiagramme, Marketing-Unterlagen in Form eines PPT-Pitches, eine riesige Excel Tabelle mit Feldbelegungen in zukünftigen Screens, diverse Übersichten, ein grobes User Flow Diagramm, das zwar einen Ablauf, aber keine Interaktionen auf Screens vorsah. 

2. Phase

Workshops

Während der Materialsichtung aus Schritt 1 sind bei mir viele Detailfragen entstanden. Die wichtigsten Fragen sind meines Erachtens die zur Priorität, denn das Team will immer alles, aber die Realität und das Budget setzen Beschränkungen. 

Welches sind also die wichtigsten Features für die Eigentümer-App, für die Agentur-Web-Applikation und für die Friends-App? Wer soll was tun können, damit die ganze Idee funktioniert? 

Das haben wir iterativ in 11 Workshops erarbeitet, die sich über 5 Monate zogen. Dazwischen habe ich das UX Konzept aller Anwendungen und die klickbaren Prototypen dazu erstellt, so dass das Team nahezu jederzeit gucken, ausprobieren und Feedback geben konnte.

3. Phase

User Research & Konkurrenz-Apps

In diesem Projekt kannte das Team die Branche sehr gut und hatte bereits Kontakt zu potenziellen Kunden. Bereits im Vorfeld sind viele Ideen als Verbesserung zu bisherigen Lösungen entstanden.

Nun gut, aber auch ich will verstehen, welche Nutzer-Gruppen, welchen Fokus haben. Also haben wir einen Teil davon in den Workshops geklärt und ich habe selbst Konkurrenz-Lösungen, deren Schwächen und Stärken studiert, um zu verstehen, worin sich unser Projekt unterscheidet. 

Natürlich auch, um das aktuelle State-Of-The-Art in diesem Bereich zu verstehen.

Aus dieser Phase ist das Onboarding mit dem Assistenten in der App entstanden – siehe im Bild links.

4. Phase

Data Flows

Eine besondere Herausforderung in diesem Projekt waren die vielen Abhängigkeiten von Aktionen zwischen dem Eigentümer und der Agentur. Denn beide sollten Objekte und Buchungen verwalten – und jeweils über Änderungen benachrichtigt werden. Zum Teil sogar Änderungen erst bestätigen, damit sie aktiv werden können.

So musste das System einen Änderungsstand vorhalten bis dieser von der anderen Seite bestätigt wurde. Das hieß: Genaue Datenflows und viele Screens mit unterschiedlichen Zuständen und Optionen.

Zusätzlich herausfordernd waren die Abhängigkeiten des Provisionsmodells. Je nach Akteur und Umfang der Buchung fielen andere Prozentsätze an. Das musste in den Nutzerrollen mitbedacht und zugeordnet werden. 

5. Phase

UX Prototype – Der Team- und Projektkleber

Ein Prototyp hält das Projekt und Team zusammen. Ich denke, das wird oft unterschätzt.

Doch wie tut er es? Zum einen wird die Idee sichtbar und zu einem POC (Proof of Concept). Das stärkt das Team und seine Idee. Und natürlich, das digitale Produkt wird zum ersten Mal erlebbar.

Zum anderen fließen in einem UX Prototypen die sichtbaren, benutzbaren Anforderungen hinein. Das heißt, das Team sieht den Umfang seiner App realistischer und weiß nun besser, wo die Prioritäten liegen, welche Funktionen zuerst umgesetzt werden sollten usw. Die technische Entwicklung kann sich daran orientieren und ihre Sprints danach auslegen.

Bild: Das ist nur ein Ausschnitt der Eigentümer App und der Vorbereitung des Prototyps dafür. Ich hatte mich für InVision als Prototyping Tool entschieden, da man dort umfangreichere Prototyp Funktionen hatte als in Sketch, Kommentare übersichtlicher verwalten und Screens in Kategorien zur Abnahme, Überarbeitung oder On-Hold einstufen konnte. Bei dieser Menge an Screens ist das sehr wichtig, damit man sich nicht verzettelt.

Verwendete UX Tools


Sketch

Sketch ist ein niederländisches Vektor-Programm optimiert für die Entwicklung digitaler Produkte wie Apps und Webseiten.


InVision

InVision (Studio) ist eine Design-Entwicklungsplattform, die es Teams ermöglicht, Prototypen von Apps und Webseiten zu bauen und zu teilen.

Fette Software-Konzeption ist nicht euer Steckenpferd?

Kein Problem – Als UX Architect kümmere ich mich um die Produktvision und die Ausrichtung der Projektbeteiligten auf ein Ziel. Um die Anforderungen, den Content und die Absprache mit den Entwicklern. Wie all das gehen soll?

Meet your next UX Architect

Hi, ich bin Karolina

Als UX Architect fokussiere ich mich auf das Zusammenspiel aus Business Modell und Nutzererfahrung. Beide gehen Hand in Hand. Damit digitale Anwendungen oder Produkte ihren Platz in der Welt finden, braucht es ein Team, das gemeinsam in eine Richtung blickt.
Mit ehrlichen Workshops, effizienten OnBoardings und runden Prototypen helfe ich Projektteams dabei, Neues in die Welt zu bringen.

Experience Design

User Experience Design & Digitalisierung


Über Schilling Experience Performance

Seit 15 Jahren bin ich digital unterwegs. Zuerst in Webagenturen, in denen ich selbst programmiert und CM- als auch eCommerce Systeme konfiguriert habe, dann als Digitale Beraterin und Agentur-Geschäftsführung. 


Warum User Experience Design?

Mit meinem technischen Hintergrund und der Agentur-Führungserfahrung habe ich einen Blick auf das große Ganze. Und keine Methoden könnten das Big Picture besser erfassen als die aus dem User Experience Design – der nutzerzentrierten Produktentwicklung.


Von User Experience zur Service Experience

Für mich sind User nicht nur auf Kundenseite, sondern auch auf der Seite der Dienstleistenden. Auch dort will das Team einfache und nachvollziehbare Prozesse zur Erledigung seiner Arbeiten durchgehen. Daher gehe ich selbst Richtung Service Design.


UX Design &
Digitalisierung

Wenn ich Software konzipieren kann, dann kann ich auch Prozesse abbilden, die Teams das Arbeiten einfacher machen. In diesem Punkt unterstütze ich in der Digitalisierung und Konfiguration von Software, die für Zusammenarbeit erstellt wurde und Automatisierung zulässt.

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